Helfen mit HERZ und Verstand

Sind Sie ein verkopfter Helfer? Wägen Sie auch immer und immer wieder ab, wie Sie mehr und besser und effektiver helfen könnten? Wer länger wälzt hat mehr vom Geben?

Sicher, es will abgewogen sein, ob man sich in der Kinderbetreuung oder im Hospizverein engagiert, ob man sich benachteiligten Jugendlichen oder gebrechlichen alten Menschen widmet, ob die Hilfe für den krebskranken Nachbarn nicht dringlicher ist, als die Hilfe für Waisenkinder in Afrika oder Indien. Und doch ist in dieser Frage der Verstand – eben nicht – die ultima Ratio.

Finden Sie Ihren Beitrag ohne schlechtes Gewissen ruhig auf Grundlage Ihres persönlichen Gefühls. Mit dem Herzen, sozusagen. Lassen Sie sich vom Verstand nicht einreden, dass Sie beim Helfen noch dies und jenes zu berücksichtigen und jene und diese Unwägbarkeiten abzuwägen hätten. Hören Sie viel lieber in sich hinein. Dort drinnen, in Ihrem Herzen, spricht die Stimme der Vernunft. Ganz leise mitunter, da vom Verstand übertönt.

Wie vernünftig es aber ist, den Verstand im Falle eines Falles ausgeschaltet zu lassen, beweist schon die Natur. Das Immunsystem, der Herzschlag oder die Reflexe bei Gefahr, machen sich von einem Verstand nicht abhängig. Das ist zutiefst vernünftig, da lebenserhaltend.

Folgen Sie also ruhig ausschließlich Ihrem Gefühl, wenn Sie sich zu einem Projekt, einer Art des Helfens oder einer sinnstiftenden Aufgabe hingezogen fühlen. Machen Sie den Kopf frei und lassen Sie Taten sprechen. Der Möglichkeiten, seinem eigenen Leben außerhalb von Familie und Arbeit weiteren Sinn zu verleihen, sind viele.